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Diabetes-Typen


© contrastwerkstatt | Fotolia.com

Der Diabetes Typ-1 wird verursacht durch den Mangel am lebenswichtigen Hormon Insulin. Daher wurde der Diabetes Typ-1 früher auch insulinabhängiger Diabetes mellitus genannt. Lange Zeit war der Diabetes Typ-1 auch unter dem Begriff „jugendlicher“ (juveniler) Diabetes geläufig, da er in der Regel bei Kindern und Jugendlichen zum ersten Mal auftritt, es gibt aber genug Menschen, die an Typ-1 Diabetes auch in späteren Lebensabschnitten erkrankt sind. Im Gegensatz dazu bildet der Körper bei Diabetes Typ-2 noch das Hormon Insulin, der Körper reagiert aber nicht richtig darauf. Der Diabetes Typ-1 ist nicht heilbar, lässt sich aber gut behandeln. Für jeden Diabetiker ist es wichtig, den Blutzucker optimal einzustellen. Nur so können akute Stoffwechselentgleisungen wie Unterzuckerung (Hypoglykämie) vermieden oder Spätschäden an Blutgefäßen in den Augen, Nieren, Herz und Hirn sowie Nerven hinausgeschoben oder sogar verhindert werden.

      Diabetes Typ-1

Diabetes Typ-1 gehört zu den Autoimmunerkrankungen, das heißt in diesem Fall: körpereigene Abwehrstoffe, die Antikörper, zerstören die Insulin produzierenden Zellen (genannt „B“- oder Beta-Zellen) der Bauchspeicheldrüse. Die Ursachen für diese Fehlsteuerung des Immunsystems sind heute noch weitgehend unbekannt. Inzwischen geht man davon aus, dass der Körper nicht nur die eingedrungenen Bakterien oder Viren unschädlich macht, sondern auch die eigenen Zellen angreift. Diese fortschreitende Entzündung und Zerstörung der Zellen entsteht über viele Jahre. Das verläuft aber - auch jahrelang - ohne Krankheitszeichen, da die noch funktionstüchtigen Zellen den Ausfall der anderen wettmachen können. Bei manchen Menschen werden Jahre vor dem Ausbruch der Krankheit bereits Antikörper gegen die Zellen der Bauchspeicheldrüse gefunden.

Auch Erbfaktoren spielen bei der Krankheitsentwicklung eine gewisse Rolle. Geschwister und Kinder von Typ 1-Diabetikern haben ein Risiko von etwa fünf Prozent, auch an Diabetes zu erkranken. Die Beobachtung von eineiigen Zwillingen zeigt, dass nur in jedem dritten Fall beide an Diabetes Typ-1 erkranken.

Umweltfaktoren wie Ernährungsgewohnheiten scheinen den Diabetes Typ-1 ebenfalls zu beeinflussen. Forschungsergebnisse zeigen, dass Stillen das Krankheitsrisiko senkt, während eine frühkindliche Ernährung bis zum ersten Lebensjahr mit Kuhmilchprodukten das Auftreten des Diabetes Typ-1 begünstigt. Die Zusammenhänge dieser Beobachtung sind allerdings noch nicht hinreichend geklärt.

Die Diagnose "Diabetes mellitus Typ 1" lässt sich durch die Bestimmung von Antikörpern gegen die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse absichern. In 90 Prozent der Fälle sind diese Antikörper im Blut nachweisbar.

Im Gegensatz zum Diabetes Typ-2 ist es zurzeit noch nicht möglich, dem Diabetes Typ-1 vorzubeugen.

      Diabetes Typ-2

Diabetes Typ-2 ist eine Stoffwechselerkrankung, die zu erhöhten Blutzuckerwerten führt. Der Körper kann Kohlenhydrate wie Zucker nicht mehr richtig verwerten. Die häufigste Ursache des Diabetes Typ-2 ist das Übergewicht. Im Gegensatz zum Diabetes Typ-1 bildet der Körper bei Diabetes Typ-2 zu Beginn der Erkrankung noch das Hormon Insulin, der Körper reagiert aber nicht richtig auf dieses Hormon. Man spricht daher von Insulin-Resistenz.
Diese Art des Diabetes wurde früher auch nicht-insulinabhängiger Diabetes mellitus oder Altersdiabetes genannt, da er in der Regel bei älteren Menschen zum ersten Mal auftritt. In den letzten Jahren findet sich der Diabetes Typ-2 aber auch bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen.

Ursache des Diabetes Typ-2 ist meist Übergewicht. Rund 80% der Typ-2 Diabetiker sind übergewichtig. Durch die vermehrte Nahrungsaufnahme müssen die Zellen der Bauchspeicheldrüse auch vermehrt das Hormon Insulin bilden. Zusätzlich ist die Empfindlichkeit der Körperzellen auf Insulin verringert (Insulin-Resistenz). Um diese verminderte Empfindlichkeit auszugleichen, bildet die Bauchspeicheldrüse noch mehr Insulin. Diese jahrelange Überforderung der Zellen führt schließlich zu einer Erschöpfung der Insulinproduktion. Beim Zeitpunkt der Diagnose eines Typ 2 Diabetes ist durchschnittlich die Hälfte aller insulinproduzierenden Zellen „verbraucht“. Nur durch die nachhaltige Gewichtsabnahme und Lebensstiländerung mit Ernährungsumstellung und ausreichendem Bewegungsprogramm kann der Krankheitsverlauf verlangsamt werden. Medikamente: orale Antidiabetika (Tabletten) und Insulin werden dann eingesetzt, wenn der Blutzucker trotz der umgesetzten Maßnahmen einer gesunden Lebensführung erhöht bleibt.

Der Diabetes Typ-2 beginnt meist schleichend und ist sehr häufig mit anderen "Wohlstandserkrankungen" wie hohem Blutdruck (Hypertonie), Fettleibigkeit (Adipositas), hohen Blutfettwerten und erhöhten Harnsäurewerten vergesellschaftet. Die Kombination aus Übergewicht, Typ-2 Diabetes, Bluthochdruck und hohen Blutfettwerten wird auch Metabolisches Syndrom genannt.

Das Metabolische Syndrom (manchmal auch als tödliches Quartett oder Syndrom X bezeichnet) wird heute als der entscheidende Risikofaktor für die Entwicklung einer Gefäßverkalkung (Atherosklerose) und darauf folgend einen Herzinfarkt oder Hirnschlag bewertet. Im „tödlichen Quartett“ spielen bauchbetontes Übergewicht, zu viel Zucker und Fett im Blut und der Bluthochdruck die entscheidende Rolle. Über Jahre hinweg können alle diese Krankheiten/ Störungen ohne jegliche Zeichen bestehen, „es tut nichts weh“; man fühlt sich gesund. Allerdings unbemerkt schreitet die irreparable Atherosklerose voran: die Folgen sind oft katastrophal. Herzinfarkt oder Hirnschlag aus „voller Gesundheit“: mühsame Rehabilitation, Invalidität oder sogar Tod.

Ein Metabolisches Syndrom liegt dann vor, wenn mindestens drei der nachstehenden Grenzwerte überschritten sind:

Grenzwerte
RisikofaktorGrenzwert
Bauchumfang

Männer über 102 cm

Frauen über 88 cm

Triglyzerideüber 150 mg/dl
HDL-Cholesterin

Männer unter 40 mg/dl

Frauen unter 50 mg/dl

Blutdrucküber 130/85 mm Hg
Nüchternblutzuckerüber 100 mg/dl

 


Von Patienten mit Herzinfarkt leidet ein Drittel an einem Diabetes, ein weiteres Drittel an einer Vorstufe - der gestörten Glukosetoleranz. 75% aller Diabetiker erleiden einen Herzinfarkt und/oder einen Schlaganfall. Mindestens aber ein Drittel aller Typ 2-Diabetiker wissen nichts von ihrer Krankheit.   

Das Wichtigste beim Metabolischen Syndrom ist die rechtzeitige Erkennung und konsequente zielgerechte Behandlung aller seiner Teilkrankheiten.

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