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Insulintherapie


Jede Diabetesform ist durch eine Störung der Insulinabgabe gekennzeichnet. Beim Diabetes Typ-1 ist der Körper nicht im Stande das lebenswichtige Hormon Insulin zu produzieren – daher ist eine Insulintherapie lebenslang erforderlich. Bei Menschen mit Diabetes Typ-2 sind im Durchschnitt zum Zeitpunkt der Diagnose etwa 50% aller insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse schon zugrunde gegangen. Mit dem Diabetesverlauf kommt es zu Abnahme der Insulinproduktion und eine Insulintherapie wird notwendig sein, um den erhöhten Blutzucker zu reduzieren.

Entgegen der früheren Auffassung Insulintherapie sei ein Zeichen für die fortgeschrittene Phase der Krankheit, ist die Lehrmeinung, dass der Schweregrad des Diabetes vom Ausmaß der Folgeerkrankungen, Blutzuckerschwankungen und Unterzuckerungen bestimmt ist und nicht davon, ob man „nur“ Tabletten einnimmt oder „schon“ Insulin spritzt.

Entscheidend ist, dass nicht länger als drei Monate eine schlechte Blutzuckereinstellung (Langzeitwert HbA1c über 7%) geduldet werden darf. Nur durch die gute Diabeteseinstellung können die Folgeerkrankungen verhindert oder herausgeschoben werden.
Insulin ist das einzige Arzneimittel welches den Blutzucker immer – unabhängig von der Höhe – senken kann.

Insulin hat zwei unerwünschte Wirkungen: Gewichtszunahme und Unterzuckerungen (Hypoglykämien). Beide können durch die geeignete Wahl der Insulinstrategie und Einsatz entsprechender Insulinpräparate in individuell angepasster Dosierung auf ein Minimum gesenkt werden. Die modernen Insulinpens (Insulinapplikatoren) ermöglichen eine einfache, sehr genaue und nahezu schmerzfreie Insulininjektion. Insulin kann auch durch ein Infusionsgerät (Insulinpumpe) permanent dem Körper zugeführt werden.

Durch einen rechtzeitigen Einstieg in die Insulintherapie können Diabetiker ein Leben führen, das sich von dem eines Menschen ohne Diabetes kaum unterscheidet. Zum Beispiel ist bei guter Einstellung die typische Schlappheit wie weggeblasen. Lebensfreude, Denk- und Leistungsvermögen nehmen wieder zu.

Insulinpräparate unterscheidet man nach der Wirkdauer in:

1. kurzwirksame (früher „alt“-Insulin, Normalinsulin); diese haben die Aufgabe, das körpereigene fehlende mahlzeitbezogene Insulin zu ersetzen und werden zu den Hauptmahlzeiten gespritzt (Bolus-Insulin)

2. langwirksame (Verzögerungs- oder Depotinsulin); diese haben die Aufgabe, den Insulinbedarf im Körper zwischen den Mahlzeiten abzudecken und werden 1-2 mal täglich unabhängig von den Mahlzeiten injiziert (Basal-Insulin)

3. Mischinsuline: zusammengesetzt aus kurz- und langwirksamen Insulin in verschiedenen Mischverhältnissen; werden zu den Hauptmahlzeiten meistens 2 oder 3 mal täglich verabreicht

Es gibt weiters Humaninsulin und moderne Analoginsuline. Humaninsuline sind mit dem menschlichen Hormon Insulin chemisch ident. Analoginsuline sind in der chemischen Struktur geringfügig verändert, sodass sie einen schnelleren Wirkeintritt und kürzere Wirkdauer bei den kurzwirksamen, bzw. eine längere, gleichmäßige Wirkkurve bei den langwirksamen Präparaten aufweisen. Dadurch ähnelt die gesamte Wirkkurve dem natürlichen Insulinspiegelverlauf eines Nicht-Diabetikers. Durch die Vielfalt der Insulinprodukte und oralen Antidiabetika besteht die Möglichkeit, beide blutzuckersenkenden Arzneimittel beim Diabetes Typ-2 zu kombinieren; z.B. Tabletten mit nur einer Injektion eines langwirksamen Insulins als einfacher und sicherer Einstieg in die Insulintherapie.

Beim Diabetes Typ-1 besteht - im Gegensatz zum Diabetes Typ-2 - von Anfang an, ein absoluter Insulinmangel. Daher wird durch langwirksames Insulin die basale Insulingabe (entspricht den kontinuierlich abgegebenen kleineren Insulinmengen zwischen den Mahlzeiten, bzw. während der Nacht bei einem Nicht-Diabetiker) ersetzt und separat zu den Mahlzeiten – in Abstimmung mit der Nahrungsmenge und Zusammensetzung – ein schnellwirksames Insulin (dieses imitiert das Bolus-Insulin bei einem Nicht-Diabetiker) gespritzt. Diese Strategie wird als Basis-Bolus-Insulintherapie bezeichnet und ist neben der Insulinpumpe Mittel der Wahl in der Therapie eines Diabetes Typ-1.

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