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Diabetes & Sport


© Robert Kneschke | Fotolia.com

Körperliche Aktivität beeinflusst den Stoffwechsel günstig. Das ist in der Diabetestherapie von großer Bedeutung. Bewegung erhöht das Wohlbefinden, die Zellen reagieren empfindlicher auf Insulin, die Insulinresistenz nimmt ab und die Blutzuckereinstellung wird besser. Außerdem helfen Bewegung und Sport das Übergewicht zu reduzieren. Durch regelmäßiges Training ist in Einzelfällen sogar völliges Absetzen der Medikamente erzielbar.
Am meisten wirksam ist eine Kombination verschiedener Übungen: Ausdauer (ca. 40%), Muskel (Kraft, ca. 60%) und Dehnungsübungen.
Vor Beginn eines Trainingsprogramms ist eine gründliche ärztliche Untersuchung unbedingt notwendig. Vor allem bei bereits vorhandenen Gefäßveränderungen des Augenhintergrundes, bei Herzkrankheiten und Bluthochdruck, starkem Übergewicht und Erkrankungen des Bewegungssystems (Gelenke) sollen die Art, das Ausmaß und die Intensität des Trainings genau besprochen werden.

Wie Bewegung den Stoffwechsel beeinflusst...

Durch körperliche Bewegung wird mehr Zucker (Glukose) in die Muskulatur geschleust, dadurch sinkt der Blutzucker. Nach rund 30 Minuten Belastung verbrennt die Muskulatur zusätzlich auch Fett. Gleichzeitig steigt die Insulinempfindlichkeit der Muskelzellen. Dadurch führt die gleiche Insulinmenge zu einer stärkeren Blutzuckersenkung oder dieselbe Menge Zucker in der Nahrung zu einem geringeren Anstieg des Blutzuckers. Auch die Stoffwechselleistung der Muskulatur, also die Verbrennung von Glukose und Fetten bei körperlicher Belastung, nimmt zu. So wird letztlich auch eine Gewichtsreduktion erleichtert.
 
Darüber hinaus wirkt Bewegung sogar vorbeugend. Studien zeigen, dass regelmäßige Bewegung bei Patienten mit einer pathologischen Glukosetoleranz (Prädiabetes) in bis zu 60 Prozent der Fälle den Ausbruch der Krankheit verhindern kann! Neben einer Verbesserung der Stoffwechselsituation sinkt zudem auch das Risiko für Folgeerkrankungen.

Tipps

Die positive Wirkung von Sport und Bewegung hält bis zu 72 Stunden nach dem Training an. Um dauerhaft zu profitieren, sollten Sie deshalb mindestens dreimal pro Woche trainieren. Fangen Sie langsam an und wählen Sie die Art der Bewegung, die Ihnen am meisten Spaß macht!
Bei Menschen mit Diabetes Typ-1 verspricht Sport zwar keinen unmittelbaren therapeutischen Nutzen, regelmäßige Bewegung verbessert aber auch die körperliche Leistungsfähigkeit, die Blutfette, das Selbstbewusstsein und damit auch die Lebensqualität.
Machen Sie Ihre Übungen möglichst jeden Tag zur selben Zeit. Eine gleichbleibende Dauer und ein kontinuierlich gleicher Grad der Anstrengung helfen Ihrem Körper, sich darauf einzustellen. Machen Sie keine Übungen, bevor Sie zu Bett gehen, um nächtliche Unterzuckerung (Hypoglykämie) zu vermeiden.
Trinken ist wichtig! Während des Trainings kleine Schlucke trinken, nach dem Training ausreichend trinken um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Bei höheren Temperaturen entsprechend mehr trinken.

Für insulinspitzende Diabetiker

Spritzen Sie Ihr Insulin nicht in die Nähe von Muskeln, die Sie bei den Übungen besonders betätigen. Sonst kann es sein, dass Ihr Insulin zu schnell seine Wirkung entfaltet, wodurch eine Unterzuckerung ausgelöst werden kann.

Essen Sie 1 - 2 Stunden vorher 1 - 2 BE und halten Sie immer 2 - 3 Traubenzuckerplättchen verfügbar um einer Hypoglykämie vorzubeugen bzw. sie zu beheben. Tragen Sie einen Diabetiker- Notfallausweis bei sich, wenn Sie sich sportlich betätigen. Idealerweise trainieren Sie zusammen mit einem Partner.

Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrer Ärztin/ mit Ihrem Arzt, wenn Sie intensiver trainieren möchten.

Geeignete Sportarten und Beratung

Junge Menschen mit Diabetes Typ-1 können grundsätzlich jeden Sport ausüben. Bei Diabetes Typ-2 sind vor allem dynamische Sportarten empfehlenswert wie Schwimmen, Laufen, Skilanglauf, Walking (schnelles Gehen), Nordic Walking (Gehen mit Stöcken), Golfen, Tanzen oder Wandern. Von Kraftsportarten ist jedoch grundsätzlich abzuraten, vor allem wenn zusätzlich ein hoher Blutdruck vorliegt. Notwendig ist außerdem eine ausführliche Schulung – vor allem für Diabetiker, die Insulin spritzen oder Blutzucker senkende Tabletten einnehmen. Denn um eine Hyper- oder Hypoglykämie zu verhindern, müssen Sie Ihre Blutzuckerwerte auf die aktuellen Belastungen einstellen – entweder indem Sie ausreichend Zusatz-Kohlenhydrate zuführen oder die Insulin-Dosis entsprechend reduzieren.

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