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Diabetes & Ernährung


© Yuri Arcurs | Fotolia.com

Die Ernährungstherapie ist sowohl die Grundmaßnahme als auch immer begleitende Unterstützung in der Behandlung einer Zuckerkrankheit unabhängig davon ob es sich um einen Diabetes Typ-1 oder Diabetes Typ-2 handelt.

Ziele einer diabetesgerechten Ernährung sind:

• den Blutzucker im Normalbereich zu halten
• Normalisierung des Körpergewichts  (BMI < 25 kg/m2)
 
Durch Ernährungsumstellung bezüglich der Zusammenstellung und Menge täglicher Mahlzeiten können diese Ziele erreicht werden. Erfolgreiche und dauerhafte Ernährungsintervention ist nur dann möglich, wenn die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Menschen mit Diabetes berücksichtigt werden. Ernährungstherapie ist auch nur ein Teil der gesamten gesunden Lebensführung (Lebensstilintervention).

Bei den meisten Diabetikern liegt das größte Problem im Übergewicht. Gerade die Reduktion des Körpergewichts kann:

• Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin („schlechtes“ Cholesterin)
• Triglyzeride
• Blutdruck

deutlich reduzieren. Weiters können die Gewichtsreduktion und gesunde Ernährung die Blutzuckerwerte so gut kontrollieren, dass die verabreichten Medikamente reduziert, sogar ganz weggelassen werden können. Das kann allerdings nur in Absprache mit der behandelnden Ärztin/ mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Eine spezielle Diabetesdiät gibt es nicht, auch die so genannten Diabetiker-Produkte zeigen keine Vorteile in der Anwendung. Für Diabetiker gilt die gleiche Grundregel wie für alle Menschen mit Gewichtsproblem: die wirksamste Ernährungsform ist die ausgewogene Mischkost mit

• Verringerung der Fett- und Zuckerzufuhr (vor allem soll man auf tierische Fette, z.B. Wurstprodukte, Süßigkeiten, zuckerhaltige Getränke verzichten)

• Erhöhung des Anteils ballaststoffreicher Lebensmittel (Vollkornprodukte, Obst, Gemüse)

Die folgenden Hinweise geben einen Überblick über gesunde Ernährung. Den Rat eines Spezialisten und eine Ernährungsberatung können sie aber nicht ersetzen!
Die drei Grundnährstoffe sind Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß (Protein). In einer gesunden Ernährung stellen Kohlenhydrate die wichtigste Energiequelle dar, sie sollten 45-60 % der Nahrung ausmachen. Der Rest sollte zu etwa 30-35 % aus Fett und 10-20 % aus Eiweiß bestehen. In der Regel kann man davon ausgehen, dass in allen pflanzlichen Nahrungsmitteln Kohlenhydrate und in tierischen Nahrungsmitteln Eiweiß und Fett enthalten sind. In Milch und Milchprodukten sind alle Nährstoffe enthalten.

Kohlenhydrate
Bei den Kohlenhydraten unterscheidet man zwischen komplexen (“langsamen“ – gelangen langsamer in die Blutbahn) und einfachen Kohlenhydraten („schnellen“ – gehen rasch ins Blut und führen schnell zu einem hohen Blutzuckeranstieg).
Komplexe Kohlenhydrate sind vor allem in Vollkornprodukten, Nudeln, Kartoffeln und stärkereichem Gemüse wie Erbsen und Bohnen enthalten. Sie werden langsam in Glukose abgebaut und sollten einen hohen Anteil der Nahrung ausmachen. Einfache Kohlenhydrate, wie Glukose (Traubenzucker), sind z. B. in Süßigkeiten, Limonade, Keksen, Kuchen und Marmelade enthalten. Der Konsum dieser Kohlenhydrate sollte möglichst gering sein, um die mahlzeitbezogenen Blutzuckerwerte niedriger halten zu können.

Fette
Nahrungsmittel mit hohem Fettanteil enthalten sehr viel Energie (1g Fett enthält doppelt soviel Kalorien wie 1g Kohlenhydrate!). Fettreiche Nahrung ist häufig eine Ursache für Übergewicht und Herz-Kreislauferkrankungen. Vor allem soll der Verzehr der gesättigten Fette (fast ausschließlich tierischer Herkunft) reduziert werden und nach Möglichkeit durch ungesättigte Fette (in Pflanzen und Fischen) ersetzt werden.

Eiweiß (Proteine)
Proteine sind für den Körper ein lebenswichtiger Baustoff und in fast allen Nahrungsmitteln enthalten. Generell ist der Anteil an verzehrtem tierischen Eiweiß in Österreich zu hoch. Zu beachten ist, dass Proteine in tierischen Lebensmitteln gemeinsam mit gesättigten Fetten vorkommen. Der Eiweißkonsum ist  bei einer eingeschränkten Nierenfunktion (häufig beim Diabetes) nach ärztlicher Rücksprache oft zu reduzieren.


Tipps
• Achten Sie darauf, Lebensmittel, die besonders viele Ballaststoffe enthalten (z.B.  
    Vollkornprodukte, frisches Obst und Gemüse) ausreichend zu essen.
• Essen Sie bevorzugt fettarme Lebensmittel wie Fisch, mageres Fleisch und Geflügel.
• Kochen oder grillen Sie, statt zu braten.
• Nehmen Sie anstelle von tierischen Fetten pflanzliche, wie Rapsöl oder Olivenöl.
• Achten Sie auch bei Milchprodukten auf den Fettgehalt (z. B. fettarme Milch und
     fettarmes Joghurt).
• Meiden Sie fettreiche Lebensmittel wie Butter, Wurst, Käse, Obers, Süßigkeiten und
    Gebäck.
• Achten Sie auf versteckte Fette (z. B. in Wurst, Eis oder Gebäck)
• Verfeinern Sie die Speisen mit Kräutern und Gewürzen
• Trinken Sie ausreichende Wassermenge (2-3 Liter täglich) um die Verdauung
     anzuregen

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